Die Nationale Koordinierungsstelle eTwinning ist angesiedelt bei Schulen ans Netz e.V.

Drüber gesprochen: eTwinning in Niedersachsen

Elisabeth WalterElisabeth Walter ist seit dem Sommer 2007 offizielle Ansprechpartnerin für eTwinning in Niedersachsen. Im Kultusministerium ist sie Beauftragte für das EU-Programm für lebenslanges Lernen im Schulbereich und damit Ansprechpartnerin für eTwinning und COMENIUS. Europa, das heißt für Elisabeth Walter: offene Grenzen und Vielfalt. Im Grenzgebiet zu den Niederlanden aufgewachsen, hat sie persönlich erfahren, was die Öffnung von europäischen Grenzen bedeutet. Zu ihrer Schulzeit gab es europäische Austauschprogramme wie eTwinning noch nicht, daher ist sie von den Projekten der Schülerinnen und Schüler begeistert.


Frau Walter, warum ist eTwinning wichtig?

Ganz einfach, eTwinning bietet Schulen eine konkrete Grundlage für den Einsatz von Computern im Unterricht. Im Sinne der eigenverantwortlichen Schule, die im niedersächsischen Schulgesetz verankert ist, bietet eTwinning eine ideale Möglichkeit das Curriculum anzureichern, denn der PC ist aus dem Lebensalltag der Schülerinnen und Schüler nicht mehr wegzudenken. Die vielen Möglichkeiten für Schulen, die eTwinning-Plattform zu nutzen, führen dazu, dass noch weit mehr als nur Medienkompetenz vermittelt wird. Zu nennen sind vor allem Fremdsprachen- und interkulturelle Kompetenzen.

 

eTwinning und COMENIUS, warum passen diese beiden gut zusammen?

Ich denke, dass eine Schule, die eine COMENIUS-Schulpartnerschaft beantragt, eTwinning schon bei der Partnerfindung gut nutzen kann. Auch im Vorfeld zu COMENIUS können die Schulen über die eTwinning-Plattform zusammen arbeiten. Während der COMENIUS-Partnerschaft bietet sich eTwinning an, um inhaltlich zu arbeiten und Projektergebnisse zu verbreiten. Nachdem eine COMENIUS-Partnerschaft abgeschlossen ist, ist es gut denkbar, dass die Schulen über eTwinning weitere gemeinsame Projekte realisieren. Hat man auf der anderen Seite gute Erfahrungen im Rahmen eines eTwinning-Projekts gemacht, fällt es eventuell leichter, gemeinsam mit den eTwinning-Partnern den COMENIUS-Antrag zu stellen.

 

Niedersachsen ist eines der erfolgreichsten der „großen“ Bundesländer, allein im letzten Monat sind 15 neue Projekte hinzugekommen. Gleich drei Schulen aus Niedersachsen haben in diesem Jahr das Qualitätssiegel für herausragende Projektarbeit bekommen, der 1.Platz des deutschen eTwinning-Preises in der Alterskategorie 4-11 Jahre ging nach Niedersachsen. Warum funktioniert eTwinning in Niedersachsen so gut?

Aus meiner Sicht sind es vor allem drei Aspekte, die den Erfolg ausmachen. Erstens haben wir in Niedersachsen schon lange ein flächendeckendes Netz für Information und Beratung über die EU-Bildungsprogramme, die direkten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sind in den vier Standorten der Landesschulbehörde angesiedelt. Die gute Zusammenarbeit der vier niedersächsischen eTwinning-Moderatorinnen und Moderatoren mit der Landesschulbehörde führt beispielsweise dazu, dass die eTwinning-Veranstaltungen hierzulande gut ausgelastet sind. Zum Zweiten können durch die eTwinning-Projektarbeit viele Kriterien erfüllt werden, über die sich Schulqualität in Niedersachsen definiert. Dazu gehören zum Beispiel fächerverbindender Unterricht, internationale Kooperation und Medienerziehung. Der dritte Aspekt ist die Tradition vieler „klassischer“ Schulpartnerschaften in Niedersachsen, die durch eTwinning mit Inhalten gefüllt, belebt oder fortgeführt werden können.

 

eTwinning in Niedersachsen: Gibt es spezielle Rahmenbedingungen, die den Aufbau und die Entwicklung des Programms unterstützen?

Im Sinne ihrer Eigenverantwortlichkeit, trifft die Schule Entscheidungen, die Planung und Durchführung des Unterrichts betreffen, selbst. Dadurch entsteht mehr Flexibilität, auch um Programme wie eTwinning in den Unterricht einzubinden und auf diese Weise wichtige Fähigkeiten wie IT-Kompetenz und interkulturelle Kompetenz zu vermitteln.

 

Ihre Zukunftsvision für eTwinning in Niedersachsen?

Erstrebenswert wäre es, dass alle Schulen den Begriff „eTwinning“ einordnen können. Dass sie wissen, wofür eTwinning steht. Zum anderen wünsche ich mir, dass wir bei allem technischen Fortschritt nicht vergessen, dass es Menschen braucht, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, um das Programm eTwinning mit Leben zu füllen.

 

Frau Walter, noch drei kurze Fragen zum Schluss:

Warum sollten Lehrkräfte bei eTwinning mitmachen?

Lehrkräfte können mit eTwinning einen anderen Weg des Unterrichtens gehen. Sie können über den Tellerrand schauen und sich mit Kolleginnen und Kollegen aus dem europäischen Ausland austauschen.

 

Das Beste bei eTwinning?

Die Freiheit der Lehrkräfte und Lernenden zusammen mit ihren eTwinning-Partnern ein für sie maßgeschneidertes Projekt starten zu können.

 

Ihr persönlicher schönster eTwinning-Moment?

Keine Frage: Das war für mich die Verleihung der Qualitätssiegel 2008 an die niedersächsischen eTwinner in Hannover. Zu sehen wie Kinder aus dem Kindergarten, wie Schülerinnen und Schüler aus der berufsbildenden Schule begeistert ihre Erfahrungen aus ihrem eTwinning-Projekt geschildert haben.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Walter

 

 

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