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Projekt des Monats März 2006

Safety Engineering

Internationale Teamarbeit im Schulalltag

 

eTwinning-Logo mit Flaggen

Die Technische Berufliche Schule 1 (TBS 1) am Berufskolleg der Stadt Bochum arbeitet seit zwei Jahren mit dem ungarischen Kolleg Pálfy János Muszeripari és Vegyipari Szakközépiskola und dem englischen Leyton College zusammen. Ausgangspunkt ist ihr gemeinsames Comeniusprojekt zum Thema „Safety Engineering“. Mit eTwinning wollen sie ihre Zusammenarbeit im Schulalltag weiter ausbauen. Die eTwinning-Redaktion sprach mit Dieter Zimmermeyer, einem der verantwortlichen Projektlehrer. 


Herr Zimmermeyer, Ihr Projekt heißt „Safety Engineering“. Was verbirgt sich dahinter?

„Es geht um zweierlei: Zum einen um die Sicherheitstechnik in der Chemie, also im Industriebereich, zum anderen um Sicherheit in der Informationstechnik. Denn so wie chemische Unfälle eine Gefahr für die Umwelt und Gesundheit sind, sind Computerviren und Hacker eine Gefahr für persönliche Daten und die Wirtschaft.“

 

Ihr Projekt ist ihm Rahmen von Comenius gestartet. Nun sind Sie mit Ihrer ungarischen Partnerschule seit letztem Herbst auch bei eTwinning mit dabei. Warum?

„Als wir von eTwinning gehört haben, haben wir uns sofort angemeldet. Denn wir machen viele Sachen im Netz. Bei eTwinning haben wir mit der virtuellen Arbeitsumgebung TwinSpace alle Tools und damit alle Möglichkeiten gebündelt an einem Ort, die wir brauchen: Chat, Forum, schwarzes Brett, Kalender, Dateiaustausch… Und die Anmeldung bei eTwinning ist vollkommen unbürokratisch. Wir hoffen deshalb, auch die englischen Partner überzeugen zu können.“

 Im Labor

Heißt das, Sie können mit eTwinning die gemeinsame Arbeit mit Ihren Partnerschulen einfacher gestalten?

Ja, zunächst tauschen wir Lehrerinnen und Lehrer uns mit den Partnerschulen aus. Im nächsten Schritt werden dann unsere 17 bis 20 Jahre alten Berufsschülerinnen und Berufsschüler im laufenden Unterricht mit ihren Partnerschülerinnen und -schülern zu landeskundlichen Aspekten und Themen rund um das Thema „Saftey Engineering“ miteinander kommunizieren. Dadurch erlernen sie den bewussten Umgang mit neuen Medien in konkreten Situationen.“

 

Wie sieht das in der Praxis aus?

„Unser Projekt „Safety Engineering“ ist für die Berufsausbildung relevant und somit fester Bestandteil des Unterrichts. Um ein praktisches Unterrichtsbeispiel zu nennen: Industrieunfälle. Die Schülerinnen und Schüler aller Partnerschulen haben dazu eine Internet-Recherche in ihrem jeweiligen Land durchgeführt. Anschließend haben sie sich im Chat und Forum darüber ausgetauscht, wie diese Unfälle hätten vermieden werden können. Außerdem haben sie im Labor kleine Unterrichtsfilme über bestimmte chemische Reaktionen gedreht. Abschließend haben sie dann zu zweit eine Präsentation erstellt, die sie zusammen mit der Englischlehrerin übersetzt haben. Bei unseren Treffen in Ungarn und London haben unsere Schülerinnen und Schüler diese Präsentationen vorgeführt und darüber diskutiert.“

 

Logo eTwinning und ComeniusIhr Comeniusprojekt läuft in diesem Jahr aus. Wie stellen Sie sich die weitere Zusammenarbeit mit ihren Partnerschulen vor?

"Wir hoffen sehr, dass unser neuer Antrag bewilligt wird. Denn die virtuellen Treffen, auch im Rahmen von eTwinning, ersetzen natürlich nicht den realen Austausch. Allerdings können wir eTwinning sicherlich sehr gut für die Vorbereitung und Nachbereitung von Treffen nutzen. Außerdem ermöglicht uns eTwinning die gemeinsame praktische Planung und laufende Diskussion mit unserer Partnerschule.“

 

Insofern sichert eTwinning auch ein Stück Kontinuität, falls Ihr neues Comeniusprojekt nicht bewilligt würde?

Das sicherlich. Allerdings würden wir immer versuchen, reale Treffen zu organisieren.“


Welche Fähigkeiten können Schülerinnen und Schüler im Projekt lernen?

"Teamarbeit und vor allem Kommunikations- und Sprachfähigkeiten. Denn die Korrespondenz mit anderen  Ländern wird immer wichtiger. Schülerinnen und Schüler machen hier in einem europäischen Projekt selbst die Erfahrung, dass eine Zusammenarbeit dann gut funktioniert, wenn Motivation von allen Seiten vorhanden ist. Und dazu gehören eben Engagement und Kommunikation. Ein Beispiel: In den ersten Jahren waren es eher die Lehrkräfte, die die Präsentationen erstellt haben. Doch nun präsentieren die Schülerinnen und Schüler selbst und das macht ihnen viel mehr Freude. Es ist jetzt ihr Projekt und sie fühlen sich dafür verantwortlich. Deshalb treffen sie sich sogar in ihrer Freizeit, um in Teams an den Präsentationen zu arbeiten.“

 

DiskussionIhre Schülerinnen und Schüler werden also mit Comenius und eTwinning für die internationale Teamarbeit fit gemacht?

Ja, denn mit anderen europäischen Kulturen zusammen zu arbeiten ist eine sehr wichtige Erfahrung. Wir haben viele Jugendliche aus Migrantenfamilien an unserer Schule und viele unserer Schülerinnen und Schüler kommen aus nicht so privilegierten Verhältnissen. Dass diese Situation in unseren Partnerschulen ähnlich ist, ist eine wichtige Erkenntnis. Besonders bemerkenswert ist unsere  Partnerschule in London, wo der Migrantenanteil 80% beträgt. Hier funktioniert das Zusammenspiel sehr gut. Das Geheimnis sind klare Verhaltenregeln und ein toleranter und offener Umgang miteinander. Das haben unsere Schülerinnen und Schüler selbst beobachtet. Durch ihre natürliche Neugier entsteht der Austausch mit den Partnern ganz von selbst. Und dabei können sie am meisten lernen.“

 

Das Interview führte Bettina Zeidler.

 

 

Mehr dazu:

Unterrichtsvorschlag bei Lehrer-Online
Projektseiten der Pálfy János Schule

Projektseiten der Technischen Berufliche Schule 1
Technische Berufliche Schule 1 Bochum

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