Projekt des Monats Mai 2006
Come together – Fußball-WM 2006
Mit eTwinning ein Gefühl für Fairness entwickeln

Die Fußball-WM 2006 naht und überall greift das Fußballfieber um sich. Gemeinsam bereiten sich die Siegerland-Grundschule in Berlin mit ihren Partnerschulen, dem Colegio Publico Rio Arlanzon in Burgos/Spanien und der Scuola elementare Franca Mazzarello in Turin / Italien, auf das große Ereignis vor. Mit eTwinning sind sie schon jetzt mitten drin und planen sogar ihre eigene Fußball-Weltmeisterschaft.
„Wer wird Weltmeister?“ Diese Frage ist nur eins der Themen, mit denen sich die Klasse 6a der Siegerland-Schule beschäftigen will. Denn die Fußball-WM 2006 ist ein großes Ereignis, das auch die Herzen der Kinder der drei Partnerschulen höher schlagen lässt. Doch das Thema zeigt auch, wie leicht die Emotionen rund um einen solchen Wettkampf zu Aggressionen zwischen den Fans der teilnehmenden Länder führen können.
Die Kinder sollen lernen, was fair und unfair ist
„Genau hier setzt das WM-Projekt an“, erklärt Christiane Meisenburg, Lehrerin und eTwinning-Projektleiterin an der Siegerland-Grundschule. „Wir wollen die Kinder zur Reflexion anregen und ihr Empfinden für fair oder unfair und ihren Sinn für soziale Regeln stärken. eTwinning bietet uns dazu den idealen Rahmen, um das WM-Projekt länderübergreifend im laufenden Schulalltag umzusetzen.“
„Ohne unser Freundschaftsprojekt wäre es viel langweiliger“
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a der Siegerland-Grundschule sind von ihrem eTwinning-Projekt „Come together“, das im Rahmen einer Comenius-Partnerschaft stattfindet, begeistert. Lernen mit eTwinning macht ihnen viel Spaß. Immer wieder denken sie sich zusammen mit ihrer Lehrerin Christiane Meisenburg neue Projekte aus. Das Teilprojekt „WM2006“ haben sie sich sogar eigenständig ausgesucht. Schließlich wird die Fußball-WM im eigenen Land bzw. im Partnerland ausgetragen, und das macht die Schülerinnen und Schüler stolz. „Ohne unser Freundschaftsprojekt wäre es viel langweiliger in der Schule“, meinen Susi, 13 Jahre, und Aslihan, 12 Jahre.
Gemeinsam spannende Themen für die Arbeit finden
Um an konkreten Fußballthemen zu arbeiten, hat Christiane Meisenburg zunächst mit ihren Schülern ein Brainstorming gemacht. In einem Mindmap haben sie alle Ideen zusammen getragen, z. B. die Geschichte des Fußballs, ein Lexikon der Fußballwörter, ein Fußballquiz, die Rolle der Fans, die Spielregeln, die beteiligten Länder, einen Comic, ein Fußballturnier in der Schule und eine Umfrage zu „Wer wird Weltmeister?“. Die Themensammlung haben sie anschließend den Partnerschulen zugesandt, um sie durch deren Vorschläge ergänzen zu lassen.
Präsentationen und eine gemeinsame Website
Zu den verschiedenen Themenblöcken haben die Schüler in Büchern gestöbert und im Internet recherchiert. Dazu haben sie in Teams gearbeitet und die Ideen in einer Powerpoint-Präsentation festgehalten. Meistens arbeiten sie bei solchen Aufgaben zu zweit oder viert. Besonderer Service: Ihre Klassenkameradin Maria, 13 Jahre, versorgt sie mit wunderbaren Bildern. In rasantem Tempo malt sie direkt im Softwareprogramm Paint, speichert die Bilder ab und ihre Mitschülerinnen und -schüler laden sich das Wunsch-Bild in ihre Präsentation. Anschließend werden alle Präsentationen im Unterricht vorgestellt und zu einer gemeinsamen Webseite zusammen geführt. Wichtig ist dabei, dass diese für alle Partnerschulen verständlich ist.
Die Ideen sprudeln nur so
Von der italienischen Klasse sind inzwischen Hefte des Goetheinstituts mit einem Sprachführer zur Fußball-WM gekommen. Gemeinsam wollen sie diesen in den Sprachen Deutsch, England, Italienisch und Spanisch ergänzen und digitalisieren. Geplant ist außerdem ein Quiz zum Anklicken, das mit dem Programm „Hot Potatoes“ erstellt werden soll. Die Umfrage, wer Weltmeister wird, wollen sie in einem Excel-Diagramm auswerten. Während der Fußball-WM soll es eine aktuelle Berichterstattung aus ihren Ländern geben. Und zur Krönung des WM-Projektes wollen sie ein Fußballturnier in allen Schulen durchführen. „Unsere Mädchen haben sich dazu überlegt, dass jede Klasse, die mitmacht, ein anderes Land darstellt. Sie machen dazu Fähnchen und formulieren Schlachtrufe. Das Turnier soll möglichst parallel in Burgos, Turin und Berlin stattfinden. Das kommt dann als Videofilm ins Netz“, erklärt Christiane Meisenburg.
Ein Glück, dass wir Freunde haben!
Der erste Projekterfolg hat sich schon gezeigt, als Deutschland im Länderspiel gegen Italien eine Niederlage von 4:1 einstecken musste. Da meinten Alex und Maxim der Klasse 6a „Ein Glück, dass wir Freunde in Italien haben, da können wir uns, wenn die Deutschen schon nicht gewinnen, mit den Italienern freuen." Die Kinder entwickeln in der Zusammenarbeit mit ihren europäischen Partnern ein Gefühl für Fairness. „Das Verlieren ist nicht so schlimm, wenn sie sich mit anderen identifizieren können. Sie registrieren die anderen Länder als Partner. Und je mehr wir darüber sprechen, umso mehr schauen sie auch dorthin und sagen ‚Oh ja, da spielen ja unsere Freunde’“, freut sich Christiane Meisenburg.
Schöner Nebeneffekt: Auch der Umgang miteinander in der Klasse wird gestärkt. Denn von ihren 28 Schülerinnen und Schülern haben 24 Wurzeln in England, im Irak, in Griechenland, Polen, Russland und der Türkei. Mit eTwinning entdecken sie, dass sie eben nicht nur für Deutschland, sondern auch für viele andere Nationen sein können.
Autorin: Bettina Zeidler
Mehr dazu:
WM-Seite der Siegerland-Grundschule (bitte Internet Explorer nutzen)
Unterrichtsbeispiel zum Projekt
Schule in Burgos (Spanien)



