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Projekt des Monats September 2006

Europe of Professions

Mit eTwinning denTraumberuf entdecken

 

eTwinning-Logo mit Flaggen

Seit 1995 hat das Eleonoren-Gymnasium in Worms Partner und Freunde in Finnland, England, Frankreich, Spanien, Italien, Rumänien, Polen und Russland. Für ihr gemeinsames Comenius-Projekt „Europe of Professions“ haben sie eTwinning entdeckt. Mit ihren polnischen, italienischen und rumänischen Partnerschulen haben sie den Auftakt gemacht, um die Berufsvorbereitung auf europäischer Ebene unbegrenzt weiterzuführen.


Vor drei Jahren hat das Eleonoren-Gymnasium in Worms ihr Schulentwicklungsprojekt „Berufsorientierung“ im Rahmen des Sokrates-Programms auf die europäische Ebene gehoben. Schließlich nimmt mit zunehmender Mobilität die Wahrscheinlichkeit zu, in einem anderen europäischen Land zu arbeiten.

 

Realitätsnahe Berufsorientierung auf europäischer Ebene

Genau da setzt das Projekt „Europe of professions“ an. Zum einen hilft es Schülerinnen und Schülern dabei, ihre Traumberufe im Austausch mit europäischen Nachbarn unter die Lupe zu nehmen. Zum anderen haben sie die Chance, Berufspraktika im Ausland durchzuführen.Präsentation in Rumänien Denn die europäischen Freunde helfen bei der Vermittlung und Unterkunft. „Wenn man in ein anderes Land kommt, steht man vor so vielen Fragen“, sagt eTwinning-Projektleiterin Verena König. „ Wer in der Schule schon einmal erfahren hat, was das bedeutet, weiß "ich kann auch dort überleben". Das ist für jeden persönlich eine Bereicherung und eröffnet neue Perspektiven.“ Darüber hinaus fördert das Projekt die Sprachenvielfalt. „Eine Grundvoraussetzung für das Leben und Arbeiten in Europa. Je nach Anforderungen und Rahmenbedingungen nutzen wir Englisch, Französisch, Deutsch und Russisch“, ergänzt ihr Kollege Wolfgang Klemm, Initiator des Projektes „Europe of Professions“.


Austausch über Traumberufe per E-Mail und Chat

Ingesamt kommen in jedem Jahr rund fünf Klassen, und damit 100 Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 17 Jahren, in den Genuss ihren Traumberuf mit europäischen Freunden zu reflektieren. Natürlich stehen im Thema „Berufsvorbereitung“ auch die klassischen Aufgaben auf dem Programm: einen Maßnahmenkatalog zur Berufsfindung erarbeiten, einen Lebenslauf gestalten, ein Bewerbungsschreiben aufsetzen und Vorstellungsgespräche trainieren. Für den europäischen Austausch lernen die Schülerinnen und Schüler zunächst im Computerraum die Oberfläche der „Europe of Professions“ Datenbank kennen, die der ehemalige Abiturient Christopher Simionovici entwickelt und Schüler Jochen Wernersbach, 18 Jahre, angepasst hat. Anschließend beschreiben sie sich und ihre Traumberufe und tragen ihre persönlichen Angaben in die Datenbank ein. Nun kann die Suche nach europäischen Partnern mit gleichen oder ähnlichen Berufswünschen losgehen. Sobald jemand gefunden ist, beginnt die Kommunikation per E-Mail und Chat. „Wenn die Schüler einmal den Weg zueinander gefunden haben, dann läuft das von allein“, sagt Wolfgang Klemm. Auch Präsentationen, wie beispielsweise über ihre Pflichtpraktika, die sie in der 11. Klasse absolvieren, gehören dazu. Schülerin Martina Farago, 19 Jahre, und Schüler Robert Rosiak, 18 Jahre, hatten bereits das Glück, ein Schnupperpraktikum im europäischen Ausland zu absolvieren und konnten stolz über ihre Erfahrungen berichten.

 

Hymne

Situative Themenfindung – Traumberuf und Amélie Poulain

Inzwischen nutzen fünf Lehrkräfte das Projekt, um den Unterricht in den Fächern Kunst, Musik, Französisch, Russisch, Mathematik, Physik, Sozialkunde und Geschichte zu bereichern. Ein Beispiel aus dem Fremdsprachenunterricht: Hier sollten Dossiers zum Thema „Mein Traumberuf“ erstellt werden. Dazu haben die Lehrkräfte Fragen entwickelt, wie z. B.  „Was ist dein eigenes Berufsziel?“, „Was sind die Gründe?“, „Wessen Berufsengagement bewunderst du?“ und „Wen möchtest du vorstellen?“. Die heute 18jährige Celina von der polnischen Partnerschule Zespól Szkól Nr 2 in Zory beschrieb in ihrem Dossier ihre Mutter, die sich als Ärztin für ihre Patienten aufopfert. Diesem Vorbild wollte auch sie folgen. Genau zu dieser Zeit behandelte ein Französisch-Leistungskurs am  Eleonoren-Gymnasium gerade den Film „Le fabuleux destin d’Amélie Poulain“. Amélie Poulain ist eine junge Frau, die nur sehr zögerlich den Weg ins Leben findet. Der Vergleich zwischen Celina und Amélie bot sich an. In 4er-Gruppen haben die Schüler jeweils Amélie Poulain beschrieben und das Engagement von Celina kommentiert. So entstand ein reger E-Mail Austausch zwischen Worms und Zory. „Mit etwas Phantasie lassen sich auch ungewöhnliche Bezüge sinnvoll in den Unterricht einfügen“, sagt Verena König überzeugt.

 

Gemeinsam ein Stück eigene Persönlichkeit entdecken

“Der Traumberuf ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit“, so Wolfgang Klemm. „Interessant ist, dass Berufe nicht nur von jedem persönlich anders gesehen werden, sondern auch in anderen Ländern einen anderen Stellenwert haben können. Diese Perspektive ist neu und regt zum Nachdenken über die eigene Persönlichkeit und die eigenen Wünsche und Vorstellungen an. Celina will heute übrigens etwas ganz anderes machen. Berufswünsche können sich eben verändern. Wir als Lehrkräfte können Schülerinnen und Schüler bei ihrer Suche nicht zu einem Beruf führen. Doch wir können ihnen Übungen und Methoden an die Hand geben.“ Auch für die Lehrkräfte ist der interkulturelle Austausch bereichernd, um Eigenarten zu reflektieren und ihr Wissen und Können sinnvoll zu vereinen. „Die unterschiedlichen Konzepte in den Partnerschulen geben uns Anregungen und helfen uns, das Beste in einem gemeinsamen Projekt zu verwirklichen“, meint Verena König. So haben sie beispielsweise gemeinsam mit ihren europäischen Kollegen Kompetenzportfolios (CV, Bewerbungsschreiben, Fremdsprachenkompetenz, praktische Erfahrungen and persönliche Interessen auf Basis des europass), Vorstellungsgespräche, Selbsteinschätzungsbögen und Dossiers für den Weg zum Traumberuf entwickelt.

 

Mit eTwinning geht es weiter

Seit Jahren haben wir für unsere europäische  Arbeit nach einer passenden Arbeitsumgebung gesucht“, sagt Wolfgang Klemm, Lehrer und Initiator des Projektes „Europe of Professions“ am Eleonoren-Gymnasium. „Das größte Problem war die Handhabung einer Plattform in einer Fremdsprache. Dank eTwinning haben wir nun eine Austauschplattform in allen europäischen Sprachen. Das macht vieles einfacher.“ Das Eleonoren-Gymnasium und die italienische Partnerschule, das Liceo Marie Curie in Giulianova, haben sich bereits angemeldet. Im TwinSpace können sie Termine setzen, Dokumente versenden und hoch laden und Dateien übersichtlich strukturieren. Außerdem wollen sie Frage- und Antwortspiele im Chat und Vorstellungsgespräche per Video organisieren. Mit eTwinning können sie ihren Austausch unbegrenzt weiterführen, auch wenn das Comenius-Projekt jetzt ausläuft. Die anderen Partnerschulen aus Bulgarien, England, Finnland, Frankreich, Polen, Rumänien, Russland und der Türkei stehen schon in den Startlöchern.

Autorin: Bettina Zeidler

 

Mehr dazu:

Projekthomepage Europe of Professions
Eleonoren-Gymnasium
Partnerschule in Zory/Polen
Präsentation (Praktikumsbericht) der Schülerin Martina Farago

Comenius-Jahrbuch

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