Projekt des Monats Oktober 2006
Namalujmy razem nowy portret Europy – Malen wir gemeinsam ein neues Bild von Europa
Wie Grundschulkinder europäische Nachbarländer entdecken

Von November 2005 bis Dezember 2007 lernen die Grundschule am Weinberg in Roßwein und ihre polnische Partnerschule Fryderyk Chopin Primary School No. 51 gemeinsam Europa mit seinen kulturellen Besonderheiten kennen. Das Beispiel dieser Partnerschaft zeigt, wie sich das Lernen mit eTwinning einfach in den Unterricht integrieren lässt.
In den letzten Monaten haben Heidrun Hanzl, eTwinning-Projektleiterin und Lehrerin an der Grundschule am Weinberg, und ihre polnische eTwinning-Partnerin Barbara Dej Grzegorz Sitko das Projekt vorbereitet. „Wir haben die Schwerpunkte für unser Projekt festgelegt und das Projekt in Etappen gegliedert“, erzählt Heidrun Hanzl. „Zurzeit beschäftigen wir uns beispielsweise mit Traditionen und Bräuchen. Im Dezember erstellen wir Weihnachtskarten und –grüße und von Januar bis März steht das Essen unserer Region auf dem Schulplan. Für die Projektergebnisse wollen wir Powerpoint-Präsentationen, eine Webseite und vielleicht auch ein Kochbuch erstellen.“
Unterschiedlich sein ist selbstverständlich
Worum geht es im Projekt? Grundschulkinder verschiedener europäischer Länder sollen das Gefühl von Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen europäischen Kultur gewinnen. Dazu tauschen sie sich mit anderen Kindern in Europa aus und lernen andere europäische Kulturen kennen. Zunächst erkunden sie im Unterricht ihre Schulumgebungen, Regionen und das jeweilige Land und setzen sich dann mit Sitten, Traditionen und Eßgewohnheiten auseinander. „Dadurch lernen sie ihre eigene und die fremde Kultur kennen und begreifen Unterschiedlichkeiten als Selbstverständlichkeit“, erläutert Heidrun Hanzl.
Europa bewusst erlebbar machen
„Europa ist nicht als Lehrplaninhalt in der Grundschule ausgewiesen und gehört auch noch nicht zur rational bewussten Erfahrungswelt der Kinder“, erzählt Heidrun Hanzl weiter. Doch Berichte über die „Grundschule in Europa“ haben uns Mut gemacht, das Thema anzupacken. eTwinning ermöglicht es uns, Europa bewusst erlebbar zu machen.“ Interkulturelle Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeiten und mediale Fähigkeiten liegen der Grundschule am Weinberg dabei besonders am Herzen. Schulleiterin Angelika Schmidt ist von dem Projekt ebenso überzeugt und will, dass sukzessive die ganze Schule mitarbeitet: „Es ist für uns als Schule, als Lehrkräfte und für die Kinder bereichernd, grenzenlos miteinander lernen zu können. Das eröffnet uns allen neue Horizonte.“
Fächerübergreifend und einfach zu integrieren
Das eTwinning-Projekt in der Grundschule am Weinberg folgt dem Lehrplan und soll fächerübergreifend umgesetzt werden. Im Sachunterricht beispielsweise bietet sich das Thema „Zusammen leben und lernen“ an. Dazu fertigen die Schülerinnen und Schüler Texte zu „Unsere Schule“, „Meine Hobbys“ und
„Unsere Schulumgebung“ an und beschäftigen sich mit Europa und seinen Ländergrenzen. Im Deutschunterricht lernen sie europäische Märchen kennen und schreiben mit einem Textverarbeitungsprogramm Briefe an ihre polnischen Freunde. Und im Musik- und Sportunterricht wird es um Lieder und Tänze gehen. „Außerdem wollen wir gemeinsam ein Fremdwörterbuch mit den gängigen Floskeln wie ‚Bitte’, ‚Danke’ usw. zusammenstellen. Und das in mehreren Sprachen: Deutsch, Englisch und natürlich Polnisch. Die Kinder sind schon sehr gespannt darauf“, sagt Heidrun Hanzl stolz. Auch andere Klassen sammeln Informationen, die in das Projekt einfließen können. In der Computer AG schließlich erstellen die Schülerinnen und Schüler aus allen Materialien Präsentationen, die sie mit der polnischen Schule austauschen. Bei allen Aufgaben arbeiten die Kinder eigenverantwortlich in Teams zusammen.
Das Fremde und die Arbeit am Computer begeistern die Kinder
Die Schülerinnen und Schüler der letzten vierten Klasse bedauern es sehr, nicht mehr aktiv am Projekt mitarbeiten zu können. „Im vergangenen Jahr haben wir zum ersten Mal mit dem Ausland E-Mail Kontakt gehabt. Cool. Ich fand den Austausch der Daten spannend.
Die polnische Schule ist viel größer als unsere und bietet viele Möglichkeiten Sport zu treiben. Ein Schwimmbad haben sie auch. Wir gehen zwar nicht sehr weit bis zum Bad, aber etwas Zeit kostet es immer. Wir haben schon mehrfach am Computer gearbeitet und sind schon mehr Profi als andere Klassen. Das haben wir aber unserer Lehrerin Frau Hanzl zu verdanken. Sie hat sich immer viel Zeit für uns genommen (auch nachmittags), denn die Word.doc mussten ja noch bearbeitet werden. Fehlerteufel lauern immer! Es ist wirklich zum Heulen, das wir in Zukunft am Projekt nicht mehr mitmachen können." meint der 11-jährige Stefan Hannß.
Wir malen immer wieder ein neues Bild von Europa
Heidrun Hanzl träumt davon, ein gemeinsames Buch über Europa zu gestalten. „Das Material lässt sich ja immer wieder aus neuen Perspektiven betrachten und immer wieder neu zusammenstellen. Europa entwickelt sich ständig weiter, neue Länder kommen hinzu. Und so malen auch wir letztendlich immer wieder ein neues Bild von Europa.“ Die Motivation der Schülerinnen und Schüler ist ihr jetzt schon sicher.

Kommentare der jungen eTwinner
„Spannend fand ich, wie der Austausch der Daten erfolgte. Nur ein Klick und weg war alles“, Tobias Braune, 10 Jahre
Tom Büttner, 10 Jahre: „Ich fand es spannend wo wir mit der Schule Kontakt hatten - sie schicken uns polnische Wörter und wir versuchen es zu übersetzen.“
Felix Kretzschmar, 10 Jahre alt. „Spannend fand ich, dass wir auch mit anderen Ländern am Computer Kontakt halten können.“ Wir haben Englisch hingeschrieben. Sie haben Deutsch zurück geschrieben. "Wir haben über Computer andere Kinder aus Polen kennen gelernt. Sie haben viel mehr Klassen als wir. Den Computer nutzen wir am liebsten, um uns mit der polnischen Schule auszutauschen.“ Maximilian Schulze, 11 Jahre. „Das lernen mit eTwinning ist anders, weil wir viel mit dem Computer arbeiten durften. Wir können dadurch schon besser mit den Programmen am PC arbeiten als andere Kinder“, sagt der ehemalige Schüler Ben Jordan, 11 Jahre.
Autorin: Bettina Zeidler
Mehr dazu:
Grundschule am Weinberg
Präsentation der polnischen Partnerschule
Kommentare der Kinder




