Projekt des Monats November 2006
Wir entdecken unsere Naturschätze
Mit eTwinning finden Vorschulkinder Antworten auf tausend Fragen
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Deutsche und polnische Kinder im Vorschulalter erkunden gemeinsam mit Hilfe von eTwinning ihre Natur. Obwohl sie noch nicht lesen und schreiben können, tauschen sie sich über das Internet mit der Partnerschule in Polen aus. Wie das geht, zeigen der Kindergarten Kunterbunt in Leer und die Partnerschule Przedszkole nr 3 w Zabrzu.
„Als wir Post aus Polen bekamen, wollten die Kinder sofort wissen, wo das liegt. Also haben wir auf dem Globus nachgesehen“, erzählt Margret Potthast, Erzieherin und eTwinning-Projektleiterin im Kindergarten Kunterbunt. Im August traf eine PowerPoint-Präsentation der polnischen Kollegin Ludomira Borys-Paradysz ein. „Wir haben uns diese gemeinsam mit den Kindern angeschaut. Über manche Dinge waren sie ganz erstaunt. Zum Beispiel, wie das Gebäude des Kindergartens oder andere polnische Häuser aussehen“, berichtet Margret Potthast weiter. Selbst der Schnee auf manchen Fotos faszinierte die Kinder. „Das sieht ja viel mehr aus, als bei uns“, meinte Jantje, sechs Jahre alt.
Gemeinsam Menschen, Tiere und Pflanzen beobachten
Kindergartenleiterin Soile Nöteberg hatte sich bei eTwinning ange
meldet, ohne ein konkretes Projekt anzugeben. „Einfach mal schauen, ob sich etwas ergibt“, meinte sie. Und prompt erhielt sie ein Schreiben von der polnischen Kollegin Ludomira Borys-Paradysz, in dem sie gleich die Idee für ein erstes gemeinsames Projekt mitlieferte: „Odkrywamy Skarby Naszego Srodowiska“ oder „Wir entdecken unsere Naturschätze“. Gemeinsam wollen die deutschen und polnischen Kinder Menschen, Tiere und Pflanzen im Wechsel der vier Jahreszeiten beobachten. „Wir arbeiten dabei Ähnlichkeiten und Unterschiede heraus, damit sich die Kinder aktiv mit ihrer eigenen Kultur und der Kultur des Partnerlandes auseinandersetzen und so eine tolerante und offene Haltung entwickeln“, erläutert Soile Nöteberg.
Austausch per PowerPoint und E-Mail
Die Kinder sammeln das ganze Jahr über Informationen, zum Beispiel zu den Jahreszeiten. Das hat im letzten September mit dem Thema „Apfel“ begonnen. Dazu haben sie Äpfel aus dem Garten geholt, durchgeschnitten und inspiziert. Sie haben gelernt, was sich alles aus Äpfeln machen lässt, haben Bilder gemalt und Lieder gesungen. Wenn sie etwas zu den Themen basteln, geben sie gern ein paar Sachen an Margret Potthast weiter, damit sie diese den polnischen Kindern schicken kann. Natürlich gehören auch Feste zu den Jahreszeiten. Darüber hinaus gibt es genügend Themen, die sich einfach aus dem Alltag ergeben: Ob eine Mücke ins Spinnennetz fliegt oder ein Käfer über ein Blatt krabbelt. Die Kinder nehmen alles unter die Lupe. Um herauszubekommen, um welches Tier oder welche Pflanze es sich handelt, schauen sie mit ihren Erzieherinnen auch in Büchern oder im Internet nach. Margret Potthast hält die Beobachtungen und Reaktionen der Kinder in Form von Fotos und Texten fest. Das Ganze will sie dann in einer PowerPoint-Präsentation zusammen führen. Neben diesen Materialien will sie auch mit ihrer polnischen Kollegin Unterrichtsmaterialien per E-Mail austauschen.
Chatten mit den Kleinen
Sogar ein Chat ist geplant. Wie das funktioniert? „Wir überlegen uns vorher gemeinsam, was wir erzählen wollen. Und natürlich, was sie gern von den polnischen Kindern wissen möchten. Doch wenn wir erst einmal anfangen, dann läuft das sicherlich von selbst. Da haben wir eher Mühe, schnell aufzuschreiben, was sie sagen, und gleichzeitig die
Antworten der polnischen Kinder vorzulesen “, lacht Margret Potthast. Mit der polnischen Kollegin kommuniziert sie in Deutsch. Seit kurzem ist nun auch die tschechische Kollegin Blanka Famfulíková von der Materská škola Dolní Újezd, okres Svitavy mit dabei. „Mit Blanka unterhalte ich mich auf Englisch. Klar dauert das länger und ich muss schon mal ein englisches Wort nachschlagen. Doch für mich ist das die beste Schulung, um mein Englisch aufzufrischen“, sagt sie. Geplant ist auch, dass die Kinder polnische Wörter zu lesen und vielleicht auch per Video oder Podcasts zu hören bekommen. Denn das Fremde ist besonders spannend für sie.
Und was sagen die Eltern zum eTwinning-Projekt?
„Die Eltern freuen sich sehr, dass ihre Kinder die Möglichkeit haben, bereits im Vorschulalter erste interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Sie wissen, dass es für das Leben ihrer Kinder wichtig ist, frühzeitig andere Menschen und Kulturen kennenzulernen. Selbst wenn sie im Urlaub ins Ausland fahren, erleben sie ja immer nur einen kleinen Ausschnitt von dem jeweiligen Land. Mit eTwinning kann ein laufender Austausch und damit eine sukzessive Sensibilisierung für andere Kulturen stattfinden“, erklärt Kindergartenleiterin Soile Nöteberg. „Und natürlich ist das eTwinning-Projekt auch für uns Erzieherinnen bereichernd. Wir erhalten auf diese Weise Einblick in die Didaktik und Methoden in einem polnischen Kindergarten und können davon lernen.“
Es gibt noch tausend Fragen
Die Kinder des Kindergarten Kunterbunt finden es toll, von anderen Menschen Besuch zu bekommen und andere Sprachen und Dinge zu hören. „ Ich finde das gut, etwas von anderen Ländern zu erfahren, wie die Kinder dort wohnen und leben“, sagt Mirco, sechs Jahre. Und Joosten, fünf Jahre, freut sich schon auf den Dezember. „Ich bin gespannt darauf, wie die Kinder dort Weihnachten feiern.“ Kinder haben eben tausend Fragen. Und mit eTwinning können sich die Kinder jederzeit treffen, um gemeinsam Antworten zu finden.
Autorin: Bettina Zeidler
Mehr dazu:
Homepage des Kindergarten Kunterbunt
Präsentation für die polnische Partnerschule
Polnische Präsentation für den Kindergarten Kunterbunt



