Die Nationale Koordinierungsstelle eTwinning ist angesiedelt bei Schulen ans Netz e.V.

Interactive across borders

Unsere Autorin Katarina Cavar konnte nicht zu ihren Partnerschülerinnen nach Bulgarien oder Italien fahren. Dennoch wollte sie über ihr eTwinning-Projekt "Transire - Grenzen überschreiten" eine Schülerreportage schreiben. Darum hat sie einen Selbstversuch gestartet. Die Frage lautet: Kann man einfach digital Interviews über Ländergrenzen hinweg führen?
Von Katarina Cavar, Deggendorf

Freitag, 12.15 Uhr am Comenius Gymnasium Deggendorf, Niederbayern, Raum NU21. Einer nach dem anderen trottet der Italienischkurs von Lehrerin Susanne Zieglmeier in den Computerraum und fährt die Computer hoch. Eine Erleichterung! Nach einer harten Schulwoche mit überraschenden Stegreifaufgaben und missglückten Ausfragen nur noch eine lockere “eTwinning-Stunde” vor dem wohlverdienten Wochenende.

 

Treuer Begleiter Transire

Eine lockere Stunde - ja. Aber wer denkt, wir säßen dabei nur in unseren Drehstühlen und würden heimlich unsere E-Mails checken, der hat falsch gedacht. In dieser Dreiviertelstunde kratzt jeder noch den letzten Rest Konzentration zusammen und versucht Europa interaktiv miteinander zu vernetzen. Klingt komisch - ist aber so. Dafür ist eTwinning ja da. Das machen wir mit unserem eTwinning-Projekt “Transire”.

Seit 2009 schon ist dieses Projekt unser treuer Begleiter. Kaum ein Tag vergeht ohne einen neuen Blogeintrag, ein neues Video oder neue Bilder - sei es von uns oder von unseren Partnerschulen aus Bulgarien und Italien. “Annäherung durch Übersetzung” - so lässt sich das Ziel unseres gemeinsamen Projekts kurz und knapp zusammenfassen. Doch keiner von uns - weder wir, die deutsche Schule, noch unsere Partnerschulen - konnte sich anfangs darunter etwas konkretes vorstellen. Unser Motto lautete: Augen zu und durch! Und siehe da: Nach etwas Starthilfe durch die jeweiligen Lehrer fingen wir Schüler an, ganz selbstständig Blogeinträge zu verfassen und zu kommentieren. Also kann man durchaus sagen, dass unser Projekt einen großen Wandel durchgemacht hat - vom sturem gegenseitigen Übersetzen von Texten zu einer wirklichen Interaktion von europäischen Schülern. Für unsere Arbeit wurden wir dann sogar mit dem eTwinning-Qualitätssiegel belohnt.

 

Ferninterviews mit Partnerschülern

Ein Thema in unserem Projekt, das uns Schüler wohl am meisten beschäftigt hat, waren die Medien: Handy, Fernsehen, Internet und alles, was damit zu tun hat wie zum Beispiel Musik oder Film. Schnell konnten wir feststellen, dass wir alle doch sehr viel Zeit mit den genannten Medien verbringen und uns daher sehr gut darin auskennen. Als ich nun so dasaß und mir überlegte, wie ich diese Reportage schreiben sollte, erinnerte ich mich daran, was wir im eTwinning-Workshop gelernt hatten: In einer guten Reportage kommen immer Menschen vor. Und was gibt es schon besseres als ein seriöses Interview mit einem waschechten Menschen.

Ich plante also ein Ferninterview sowohl mit unseren bulgarischen als auch italienischen Partnerschülern durchzuführen und zwar per E-Mail. Nach mehrmaligem Nachfragen konnte ich auch tatsächlich ein paar bulgarische Interviewpartner auftreiben, die mir bei meiner Reportage gerne helfen wollten. Nur mit den Italienern hat das nicht so gut geklappt: da gab es mehrere Missverständnisse und schließlich eine Nachricht an mich in unserem TwinSpace, die ich schlichtweg übersehen hatte und daher fand ein italienisches Interview nie statt. Dumm gelaufen. Aber daraus lerne ich, dass nichts über ein Gespräch unter vier, sechs oder mehr Augen geht.

 

eTwinning verleiht Flügel

Dafür sind die Interviews mit den Bulgaren sehr gut gelungen! Neli, Velislava, Stella und Tanya haben sich mutig meinen Fragen gestellt und sich sowohl über unser Projekt als auch über eTwinning allgemein geäußert. “Ich hatte keine genaue Vorstellung [über unser Projekt], habe mir gesagt: “Lass Dich überraschen!”, gab Stella zu und damit ging es ihr genau wie den meisten von uns. Velislava fand es vor allem zu Beginn schwierig geeignete Themen zu finden. “Aber danach haben sich die Dinge geändert und es war ganz natürlich für mich in Blogs zu schreiben.”

Jede der vier Mädchen betonte außerdem, dass das Projekt auch ihnen persönlich viel genützt hat. So konnten alle ihre Englisch- und Deutschkenntnisse verbessern. “Aber ich konnte auch sehr viel über andere Länder lernen - über ihre Kulturen, Geschichte und Lebensweisen”, meinte Tanya. Für die Zukunft wünscht sich Neli aber, dass wir in unserem Projekt mehr Video Chats machen “um uns alle besser kennen zu lernen. Zusätzlich würde ich versuchen einen Ort zu finden, wo wir uns alle treffen könnten.”

Dennoch sind sich alle in einer Sache einig: “eTwinning ist für mich eine Vielzahl von Möglichkeiten. Möglichkeiten neue Leute kennen zu lernen, neue Sachen zu erleben, kreativer zu sein”, sagt Tanya, "eTwinning gives me wings" und macht mich auf eine ganz eigene Art, zu einem Weltbürger.”

 

zurück zur Übersicht Schülerredaktion


Fotonachweis: Katarina Cavar
Zitate zur Konferenz 2012

Zitate zur eTwinning-Konferenz 2012

Berlin 2012: Statements von Konferenzteilnehmern

mehr dazu

Projektbeispiele

Projekte aus Deutschland

mehr dazu

Newsletter bestellen


HTML nur Text